RoboCup Soccer
Simulation League
In dieser Liga spielen zwei rein virtuelle Teams mit je elf völlig autonomen Spielern sowohl in 2D als auch in 3D-Simulationen gegeneinander. Die Idee der Simulation League ist, Erfahrungen mit Strategien, Taktiken und Gruppenverhalten zu sammeln, um diese dann auf humanoide Roboter zu übertragen. Der wissenschaftliche Fokus liegt auf der Kooperation und Kommunikation der virtuellen Spieler.
Small Size League

Zwei Teams mit jeweils fünf rollenden Robotern - so präsentiert sich die Small Size League. Die Spieler haben nur wenige Sensoren „on board", sie bekommen Informationen von Kameras, die über dem Spielfeld angebracht sind. Diese Informationen werden an einen externen Computer geschickt, der dann wiederum den Robotern per Funk Kommandos zusendet. In dieser Liga können sich die Forscherteams bei der Entwicklung ihrer Roboter frei entfalten: Materialien, Form und Software sind völlig frei wählbar. Einzig die Größe ist vorgegeben, das heißt der Durchmesser und die Höhe der Roboter. Durch die Steuerung von externen Computern sind die Spieler dieser Liga semi-autonom.
Middle Size League

In der „Königsdisziplin" des RoboCup bestehen die Teams aus sechs mittelgroßen Robotern mit allen Sensoren „on board". Die Spieler dieser Liga wiegen bis zu 40 Kilogramm und haben eigene Kameras an Bord, über die sie sich selbst lokalisieren müssen. Hier ist der Unterschied zur Small Size League, wo eine so genannte Overheadkamera die Positionen sämtlicher Spieler wahrnimmt. Die Kommunikation zwischen den Robotern erfolgt per WLAN, externe Eingriffe von Menschen sind nicht erlaubt. In der Regel verfügt jeder Roboter über einen Rechner, der die Informationen der Sensoren zusammenbringt, interpretiert, mit dem bereits verfügbaren Wissen kombiniert und daraus neue Aktionen ableitet. Die wissenschaftliche Herausforderung liegt in dieser Liga besonders in der Kombination von entwickelter Hardware und dazu passender Software.
Standard Platform League
Der große Vorteil für die Teilnehmer dieser Liga ist auch zugleich die größte Herausforderung: Alle Teams verwenden identische Roboter. Und zwar seit heuer erstmals den zweibeinigen „Nao". Er ist der Nachfolger des bisher eingesetzten Hunderoboters „Aibo", der nun in den verdienten Ruhestand geht. Nachdem die Hardware für alle Teilnehmer die gleiche ist, geht es in diesem Bewerb um Software-Weiterentwicklung. Gruppendynamik, Kooperation und Strategie sind hierbei wiederum zentrale Punkte. Die Roboter agieren autonom, einzig die Kommunikation per WLAN ist ihnen erlaubt.
Humanoid League
In dieser Liga spielen humanoide Roboter, also Roboter mit menschenähnlicher Körperform und entsprechender sensorischer Ausstattung, gegeneinander. Die Spieler sind völlig autonom und ein menschliches Eingreifen in das Spiel ist nicht erlaubt. Besonders knifflig: Die Spieler auf zwei Beinen müssen ihr Gleichgewicht halten können, egal ob sie stehen, laufen oder den Ball kicken. Falls sie zu Boden gehen, müssen sie auch selbst wieder aufstehen können. Die humanoiden Roboter werden in zwei Größenklassen eingeteilt: KidSize (unter 60 cm) und TeenSize. Genau wie in der Middle Size League und der Standard Platform League tragen die humanoiden Roboter ihre Sensoren, also Kameras und Rechner, während des schnellen Spiels direkt selbst am "Körper" - entsprechend verwackelt sind die Kameraaufnahmen. Die große Schwierigkeit für die Roboter aller drei Ligen besteht darin, aus den Sensordaten trotzdem das Wichtigste herauszufiltern, richtig zu interpretieren und darauf basierend zu handeln.




