Vorführungen
Neben den regulären RoboCup-Ligen werden auch Vorführungen veranstaltet. Diese Vorführungen stellen neue Ideen und Konzepte für zukünftige Robotik-Wettbewerbe und Forschungsgebiete vor.
Nanogram
Beim RoboCup 2009 wird die Sportart „Nanosoccer" (Nanofußball) vorgeführt: Es handelt sich dabei um einen Liliputaner-Wettbewerb, in dem sich computergesteuerte „Nanobots" mit der Größe von Staubmilben gegenseitig auf Spielfeldern herausfordern, die nicht größer als ein Reiskorn sind. | |
Die Fußball-Nanobots (200-300 µm Länge) werden durch ein Mikroskop und mit Hilfe einer Fernsteuerung betrieben und bewegen sich gemäß den sich verändernden magnetischen Feldern oder elektrischen Signalen, die über die ganze Mikrochip-Arena übertragen werden. Ihre Massen bewegen sich im Nanobereich: Die Nanobots sind ein paar Dutzend Mikrometer bis zu einigen hundert Mikrometern lang, aber ihr Gewicht ist sehr gering und reicht von einigen Nanogramm bis zu einigen hundert Nanogramm. Sie werden z.B. aus Aluminium, Nickel, Gold, Silikon oder Chrom hergestellt.
Um die Nanogramm-Vorführung zu gewinnen, muss ein Nanobot schnell und agil sein und weiters die Fähigkeit besitzen, Objekte zu manipulieren. Es gibt drei Wettbewerbe, bei denen diese Fähigkeiten überprüft werden: den „Zwei-Millimeter-Sprint", bei dem jeder Nanobot versucht, die beste Zeit bei einem Tor-zu-Tor-Sprint über das Spielfeld zu erreichen; den „Slalom-Drill", bei dem der Weg zwischen den Toren durch „Verteidiger" (Polymerpfosten) blockiert ist; und den sogenannten „Shootout-Drill", bei dem die Roboter so viele „Nanobälle" wie möglich (das sind Silikondioxid-Scheiben mit ungefähr dem Durchmesser eines Menschenhaares, 100 µm) innerhalb von 3 Minuten ins Tor dribbeln müssen.
Festo Hockey Challenge Cup
Ein neuer Wettbewerb zur Vorführung von Methoden aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz, bei dem eine bereitgestellte mobile Plattform in Industriequalität mit offenen Schnittstellen für das Programmieren und Integrieren von Sensortechnologie verwendet wird.
Ziel des Spiels ist es, Hockey mit Pucks, wie sie im Hallen-Eishockey verwendet werden, zu spielen. Jeder Roboter hat dieselbe fixe Vorrichtung, mit dem er einen Puck halten, abspielen und schlagen kann. Die Roboterplattform ist gebrauchsfertig und kann nur durch das Integrieren von Sensortechnologie verändert werden.
Besondere Merkmale:
- Der Roboter muss einen Puck abfangen und mit ihm dribbeln können; er muss den Puck einem Teammitglied zuspielen und ihn ins Tor schlagen können. All das erfordert eine hervorragende Flexibilität im Bewegungsverhalten und das schnelle Erkennen von Positionseingrenzungen.
- Es kann nahezu ausgeschlossen werden, dass Tore durch reines Glück geschossen werden. Die Roboter müssen gut als Team zusammen arbeiten.
- Die gebrauchsfertige mobile Roboterplattform erlaubt es den Teilnehmer/innen, sich auf die Entwicklung von neuen Methoden auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz zu konzentrieren und die Einbindung von leistungsfähigen Sensortechnologien zu forcieren.
- Die gemeinsame Plattform bietet faire und attraktive Bedingungen, um eigene Resultate mit denen von Studierenden aus der ganzen Welt zu vergleichen.
Mixed Reality Robotics
Die Mixed Reality Vorführung schlägt die Brücke zwischen den Simulations-Ligen und den echten Roboterligen des RoboCups. An ihr nehmen 2cm große Roboter teil, die auf einem horizontal befestigten Display agieren. Während die Roboter echt sind, existieren der Ball und die Umgebung nur virtuell. Die Roboter werden mittels Infrarot von einzelnen Software-Agenten ferngesteuert.
Diese Standardplattform ist ein ideales System für RoboCup-Teams, die sich gerade im Übergangsstadium vom Junior- zum Seniorstatus befinden. Die Programmierung ist einfach und der Hardware-Aufwand ist gering; dennoch bietet das System alle Herausforderungen, mit denen die Teams in den fortgeschritteneren Ligen konfrontiert werden.
Der Wettbewerb umfasst zwei Teile: ein Fußballturnier und einen technischen Wettkampf.
Das Fußballturnier für die RoboCup 2009 Mixed Reality Vorführung besteht aus Spielen, in denen jeweils 5 gegen 5 Bots antreten. Für das Jahr 2010 und nach einigen kleineren Optimierungen am System sind Matches mit 11 gegen 11 Bots geplant.
Der technische Wettkampf ist ein offener Bereich, in dem alle Arbeiten mit dem System präsentiert werden können. Die Arbeiten werden von den teilnehmenden Teams je nach deren Wichtigkeit für die Mixed Reality Vorführung, deren wissenschaftlicher und technischer Leistungen und Originalität bewertet.
Die Mixed Reality Vorführung wird auch auf nationalen Veranstaltungen, wie dem German Open, dem Iran Open und dem Japan Open eingeführt.
Bei der RoboCup 2009 Weltmeisterschaft wird auch ein so genannter Mixed Reality Fußball-Pickup-Wettbewerb für die Besucher/innen und Teilnehmer/innen der anderen Ligen angeboten. Ein generischer Agent, der die Roboter steuern kann, wird den Teilnehmer/innen der Pickup-Liga zur Verfügung gestellt. Die Teilnehmer/innen haben dann Zeit, ihre individuellen Agenten umzusetzen. Die Resultate werden am Ende bei Matches mit 2 gegen 2 Bots getestet.




